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Erweiterung und Mensa Mörike-Gymnasium

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WETTBEWERB | Unterricht in den Bäumen! Lernen im Park!

Aufgabenstellung
Der Erweiterungsbau des Mörike-Gymnasiums erfüllt vielfältige Funktionen in städtebaulicher wie auch inhaltlicher Hinsicht. Der Neubau stellt das Bindeglied zwischen Schule, der Wohnbebauung sowie der Stadthalle mit Park dar.  Die geführte Hotel-Diskussion sollte unserer Meinung ebenfalls Berücksichtigung finden.

Schwerpunkte
Das Wettbewerbsgebiet fällt von Ost nach West um ca. 1.90m. Im östlichen Teil befindet sich eine wunderschöne Gartensituation im gewachsenen Baumbestand. Im nordöstlichen Bereich schneidet die Grenzziehung das östliche Wettbewerbsgebiet ab und erschwert dessen Zugänglichkeit.

Städtebau
Der dreigeschossige Baukörper fügt sich durch die transparente Erdgeschoss-fassade in die [Pausen-] Landschaft ein. Das Foyer und die Mensa werden Bestandteil der Aussenanlagen. Die freie Form des Gebäudes reagiert in jedem Geschoss auf die äusseren Anforderungen und die inneren Funktionen. Somit können die Flächen minimiert und die Nutzbarkeit optimiert werden. Die geschwungenen Geschoss- und Deckenkanten lassen unterschiedliche Aussenräume entstehen: eingeschossig überdachte Bereiche, zweigeschossige Aufenthaltsbereiche und z.T. dreigeschossige Aussenräume. Das Gebäude wirkt als Solitär, fügt sich aber gerade durch seine Positionierung als Bindeglied zwischen dem bestehenden Schulgebäude und der Wohnbebauung, aber vor allem auch der Stadthalle mit Park in die vorhandene Struktur ein. Es lässt in der Diskussion um die Hotelerweiterung ebenfalls vielfältige Lösungen zu.

Gebäudestruktur
Das Gebäude organisiert sich funktional nach den Anforderungen aus dem Raumprogramm. Im Erdgeschoss finden sich Foyer und Mensa, sowie Küche und Sanitärblock. Gegenüber dem Raumprogramm wurde das Foyer als zuschaltbare Fläche der Mensa zugeschlagen. Hierdurch können die Erdgeschossfläche minimiert und die Aussenanlagen grösstmöglich gehalten werden, zum Vorteil aller Schüler. Das Obergeschoss nimmt die Musik-Ebene auf, das Dachgeschoss die Räumlichkeiten der Physik.

äussere Erschliessung
Die äussere Erschliessung erfolgt über die Nord-Ost-Ecke des Gebäudes, also der dem Bonatz-Gebäude zugewandte Seite.

innere Erschliessung
Die innere Erschliessung erfolgt über eine grosszügige Treppenanlage [zusätzlich Aufzug]. In den Geschossen werden die Unterrichtsräume zentral, auf kurzem Wege, erschlossen.

Wirkung
städtebaulich
Das Gebäude wirkt als Bindeglied von Schulgelände zu Stadthalle mit Park [Nord-Süd].
Gleichzeitig strukuriert es die Pausenanlage neu und wahrt den Abstand zum bestehenden Schulgebäude wie auch der Wohnbebauung [West-Ost].

stadträumlich
Die inhaltlichen Anforderungen und die stadträumlichen Rahmenbedingungen reagieren geschossweise und formen hieraus ein selbstbewusstes, markantes Gebäude, welches jedoch der Umgebung den eigenständigen Charakter belässt. Gleichzeitig lässt es alle Entwicklungsmöglichkeiten südlich der Lutherstrasse zu.

inhaltlich
Das Gebäude wird Bestandteil der Parklandschaft. Lernen in den Baumkronen, Aussicht in den Park, Blick auf das Bonatz-Schulgebäude über den neugestalteten Pausenhof.

räumlich
Das Erdgeschoss wird Bestandteil des Aussenraums. Das Foyer ist Pausenhof, die Mensa liegt in der Gartenlandschaft. Das Foyer wurde als dreidimensionaler Luftraum entwickelt. Es verbindet nicht nur über die Treppenläufe und Blickbeziehungen die Geschosse, es ist nicht nur ein Luftvolumen und zentrales Ordnungselement.  Das Foyer ist die Fortsetzung des vorhandenen Atriums, ist Multifunktionsfläche und die Erweiterungsfläche der Mensa. Hierdurch konnte die Erdgeschossfläche minimiert werden. Die Musikräume konnten somit auf einer Geschossebene funktional zusammengefasst werden.

Materialien
Die Wirkung des Gebäudes resultiert aus der Form. Diese wird durch die wenigen Materialien unterstützt. Die geschosshohe, rahmenlose Glasfassade im Erdgeschoss lässt Innen mit Aussen verschmelzen. Im Ober- und Dachgeschoss werden die Fassaden in Pfosten-Riegel-Bauweise ausgeführt. Die Geschossdecken werden unterseitig in weissem Sichtbeton belassen. Im Erdgeschoss wird der Pausenhofbelag fortgeführt. In den oberen Geschossen wird Linoleum eingebaut, um eine flächige Wirkung zu erzielen.


Konstruktion
Die Stahlbeton-Schottenbauweise der Obergeschosse wird im Erdgeschoss in Skelettbauweise weitergeführt.

Energie- und Klimakonzept
Die Hauptnutzflächen sind dem Sonnenverlauf folgend ausgerichtet. Durch die Ausrichtung des Foyer’s nach Norden kann jederzeit kühlere Aussenluft den Unterrichtsräumen zugeführt werden. Durch die auskragenden Geschossdecken ist eine Verschattung im Sommer gewährleistet. Durch die freie Anordnung der Räume den Anforderungen des Raumprogramms entsprechend konnte das Volumen der einzelnen Geschosse minimiert und damit unter energetischen Aspekten optimiert werden. So erhalten wir ein günstiges A/V – Verhältnis. Hier ist zu beachten, dass jeder Raum mit Tageslicht versorgt ist.

Freiflächengestaltung
Die Aussenanlagen werden neu angelegt. Eine harmonische Einheit von Aussen und Innen wird erzielt. Eine optische Anbindung an den Park wird hierdurch erzielt: lernen im Park.


Frühling
Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!


Eduard Mörike

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Zitat Christian Gaus

„Das Gebiet Schulbau erfordert besondere Qualitäten und Know How. Wir können hier bereits auf eine Fülle von Objekten zurückgreifen. Wir wissen was es heißt eine Schule umzubauen.“

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