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„Zentrum Untere Marktstraße“ (ZUM) in Göppingen

In der Stadt Göppingen besteht ein breiter Konsens, das Quartier am örtlichen Hauptbahnhof aufzuwerten. Dabei wird auch das künftige „Zentrum Untere Marktstraße“ (ZUM) eine wichtige Rolle spielen.

Die Göppinger Kreissparkasse erwarb die Mehrzahl der Gebäude des ZUM-Areals und gründete für die weitere Entwicklung eine eigene Projektgesellschaft. Insgesamt sechs Architekturbüros erhielten den Auftrag, im Rahmen einer Planungskonkurrenz für einen Gebäudekomplex mit vier Geschossebenen eine bauliche Lösung zu finden. Dabei soll künftig sowohl Wohnen in den oberen Geschossen als auch eine gewerbliche Nutzung für Handel und Büros im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss möglich sein.

Des Weiteren waren städtebauliche Aspekte zu berücksichtigen: Vom Göppinger Hauptbahnhof aus erschließt die untere Marktstraße die lokale Innenstadt fußläufig. Gaus & Knödler Architekten interpretierten diese prominente städtebauliche Lage als „modernes Stadttor“. Bei diesem konzeptionellen Ansatz wächst den anliegenden Gebäuden ebenfalls eine entsprechende Funktion zu.

Im G&K-Entwurf wird diese Stellung im Stadtbild durch einen zusammenhängenden Baukörper dargestellt, der mit signifikanten Sonderlösungen die Ecksituationen betont. Eine besondere Anordnung der Öffnungen stärkt zudem den Baukörper in seiner Gesamtheit und bildet subtil einen Sockel für Einzelhandelsflächen aus. Das Gebäude ist dennoch kein Solitär an diesem Ort, vielmehr wird die typische giebelseitige Bebauung durch eine abstrahierte und multiplizierte Form in der Geometrie von Giebeldächern übernommen und durch eine moderne Architektursprache interpretiert.

Die Jury ging in ihrem Begründung für den 2. Preis an Gaus & Knödler Architekten besonders auf den Verzicht einer Gliederung des Gebäudes zugunsten einer stimmigen Gesamtlösung ein: Das Gebäude zeige sich selbstbewusst in einer unorthodoxen Architektursprache. Die Arbeit stelle insgesamt aufgrund ihrer Interpretation des klassischen Göppinger Giebelhauses eine völlig eigenständige Lösung dar.

Eindeutig ablesbar sei, so die Jury, im Erdgeschoss die Handelszone. „Die angedeuteten Gliederungen im Bereich der Erdgeschosszone und im Dachbereich werden in der Mittelzone des Gebäudes aufgelöst und lassen den Baukörper wieder zu einem Baukörper verschmelzen.“ Die Qualität der ausgewiesenen Wohnungen sei als sehr hoch einzustufen, jede Wohnung werde „von zwei Seiten optimal belichtet“.

Projektdaten

Titel: „Zentrum Untere Marktstraße“ (ZUM) in Göppingen

Auslober: ZUM GmbH & Co. KG

Aufgabe: Städtebauliches Konzept zur künftigen Nutzung des Areals „Zentrum Untere Marktstraße“ beim Göppinger Hauptbahnhof

Verfahren: Planungskonkurrenz 2016 mit sechs ausgewählten Teilnehmern (1. Rang: harris + kurrle architekten bda Stuttgart, 2. Rang: Gaus & Knödler Architekten)

Copyright: Gaus & Knödler Architekten (Visualisierung, Pläne und Modellfotos)

Siegerbeitrag harris + kurrle zurück

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